Das BundesAuswahlOrchester
des Österreichischen Turnerbundes

In Österreich existieren zur Zeit 13 Spielmannszüge. Die besten Musiker aus diesen Gemeinschaften haben 1995 auf Initiative des damaligen Bundeswartes für das Spielmannswesen im ÖTB, Edgar Gschladt, ein BundesAuswahlOrchester gegründet, das seither aus 30 bis 40 Aktiven mit einem Altersdurchschnitt von etwa 25 Jahren gebildet wird. Diese besitzen zum Großteil die Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold des Österreichischen Blasmusikverbandes, sind geprüfte Lehrwarte, diplomierte Kapellmeister, Studenten und Absolventen von Musikschulen, Konservatorien oder Musikuniversitäten.

Die Besetzung besteht aus Pikkolo- und Querflöten, aus Trompeten, Flügelhörnen, Lyren und Bassinstrumenten. Auf dem Rhythmussektor sind große und kleine Trommeln, Becken, Pauken und sonstige Percussionsinstrumente eingesetzt.

Die Mitglieder des BundesAuswahlOrchesters 2004 in Kufstein

Rekrutierte sich die Literatur in den ersten Jahren des Bestehens vornehmlich aus Kompositionen, welche in den meisten anderen österreichischen Spielmannszügen ebenfalls zum Standard gehörten, so zeigt sich heute das Musikprogramm nicht nur als vielseitig, es unterscheidet sich vor allem im Schwierigkeitsgrad ganz entscheidend vom Spielgut der übrigen österreichischen Spielmannszüge. Es reicht von Eröffnungsfanfaren, Märschen, Ouvertüren, Operetten- und Musical-Stücken über Polkas, Schlager, Medleys bis hin zu jazzigen Nummern und zeitgenössischer Literatur. Dem gemäß sind auch die Komponisten von Haydn über Fucik, Strauß, Offenbach, Lehar, Stolz, Tanzer bis hin zu Schostakowitsch, Kaempfert, Wimmer oder Doss vertreten.

Am 25.03.2000 trat ein eigenes Statut des BundesAuswahlOrchesters in Kraft.

Das BundesAuswahlOrchester versteht sich als Leitorchester im Rahmen des ÖTB- Spielmannswesens. Mit ihm soll aufgezeigt werden, welche musikalischen Möglichkeiten bestehen, mit ihm sollen aber auch die jeweiligen Grenzen für diese Klangkörper ausgelotet und Experimente gewagt werden. Nicht zuletzt sind die musikalischen Zusammenkünfte als Gelegenheit für besonders interessierte Musiker zu sehen, abseits der alltäglichen Praxis, darüber hinaus speziell gefordert zu sein. Aus diesen Gründen wird versucht, hochqualifizierte Dirigenten auch von außerhalb des österreichischen Spielmannswesens für die Erarbeitung von Musikstücken und Konzertprogrammen zu gewinnen.